Falsche Mythen über den Schlaf
Der Schlaf vor Mitternacht ist der Beste
Stimmt nicht. Für das Erholungsgefühl am Morgen scheint
zwar die erste Hälfte des Nachtschlafes am wichtigsten zu sein,
denn da hat man besonders viele Tiefschlafanteile. Ob diese erste
Hälfte allerdings vor oder nach Mitternacht liegt, ist egal.
Man muss jede Nacht acht Stunden schlafen
Stimmt nicht. Wichtiger als die Dauer des Schlafs ist seine Qualität.
Denn einige Menschen brauchen neun Stunden, um fit zu sein, andere
sind schon nach fünf Stunden gutem Schlaf völlig erholt.
Nur rein statistisch gibt es eine ideale Schlummerdauer: Wer regelmäßig
sieben Stunden schläft, hat die höchste Lebenserwartung.
Man ist im Schlaf immer bewusstlos
Stimmt nicht. Manche Menschen bemerken ihre kognitive Aktivität
auch in Leichtschlafphasen. Sie deuten das als Gedanken und haben
oft das Gefühl, dass sie wach sind. Im EEG zeigt sich aber,
dass sie tatsächlich schlafen.
Ein gesunder Schläfer schläft durch
Stimmt nicht. Auch gesunde Schläfer wachen jede Nacht bis zu
28-mal auf; möglicherweise prüft man dabei unbewusst,
ob die Umgebung frei von Gefahren ist. Meist dauern diese Momente
weniger als eine Minute, am nächsten Morgen erinnert man sich
nicht mehr daran. Je älter der Schläfer wird, desto häufiger
hat er die kurzen Aufwachphasen. Empfindliche Menschen interpretieren
manchmal die Leichtschlafphase zwischen zwei kurzen Wachmomenten
als durchgehende Schlaflosigkeit.
Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf
Stimmt nicht. Zwar sinkt das Schlafbedürfnis in den ersten
Lebensjahren: Neugeborene schlafen noch bis zu 20 Stunden am Tag.
Nach der Pubertät pendelt sich das Schlafbedürfnis bei
den meisten Menschen auf etwa sieben bis acht Stunden ein. Dann
aber bleibt die tägliche Schlafdauer in der Regel bis ins hohe
Alter gleich. Was sich ändert, sind die Art des Schlafs und
seine Verteilung. Zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr beginnt man,
nachts häufiger aufzuwachen, der Tiefschlafanteil sinkt, der
Schlaf ist leichter als früher. Mit steigendem Alter wird man
auch am Tag immer wieder müde. Viele ältere Menschen halten
dann Nickerchen - und brauchen dafür nachts weniger Schlaf.
Männer haben morgens eine Erektion, wenn ihre Blase voll
ist
Stimmt nicht. Männer bekommen während jeder REM-Schlafphase
eine Erektion. Wachen sie in dem Moment auf, haben sie eine Erektion
- unabhängig davon, ob der Traum gerade erotisch ist oder nicht.
Warum das so ist, ist nicht bekannt. Mit dem Phänomen lassen
sich organische und psychische Impotenz unterscheiden: Ist die Potenzschwäche
körperlich bedingt, tut sich auch während der Nacht nichts.
Bei Frauen ist übrigens die Klitoris während des REMSchlafs
stärker durchblutet.
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