Besser lernen im Schlaf
Gepaukte Fakten werden in den ersten Schlummerstunden gefestigt,
trainierte Bewegung erst in der zweiten Nachthälfte. Das kann
man unterstützen!
Wen tagsüber Fahrstunden genommen, Klavier geübt oder
Tango gelernt hat, sollte eine ausgiebige Nachtruhe einplanen. Denn
für das prozedurale Gedächtnis ist der Schlaf in den 24
Stunden nach dem Lernen entscheidend. Wichtig ist auch, reichlich
zu schlummern, da motorische Fertigkeiten hauptsächlich im
REMSchlaf gefestigt werden - und der erst in der zweiten Nachthälfte
überwiegt. Schülern und anderen Lernern empfiehlt den
Lübecker Schlafforscher Jan Bonn folgenden Zeitplan: Vormittags
den neuen Stoff erarbeiten, am Abend unbedingt alles noch einmal
wiederholen und dann gut und viel schlafen. "Ich mache das
selbst, wenn ich Vorträge ausarbeite. Abends durchdenke ich
den Ablauf noch einmal, morgens sitzt alles." Allerdings sollte
man die Wiederholungsphase nicht zu dicht ans Zu-Bett-Gehen legen
- sonst kann man schlecht einschlafen, weil Körper und Kopf
noch auf Aktivität gepolt sind. Sechs Stunden Schlaf sind beim
Durchschnittsschläfer das Minimum für eine gute Gedächtnisbildung.
Wer länger schlummert, lernt in Schlaf wahrscheinlich auch
mehr. Nun ausgesprochene Kurzschläfer kommen mit weniger aus.
Alkohol und Schlafmittel beeinflussen die Schlafphasen und somit
auch die Gedächtnisbildung. Schon ein Glas Wein stört
die wichtige Tiefschlafphase zu Beginn den Nacht. Soll der Schlaf
dem Lernen nutzen, empfiehlt es sich, ganz nüchtern zu Bett
zu gehen. Dafür, dass das Gehirn nachts auch das Richtige lernt,
gibt es einen Trick: Schnuppern Sie beim Lernen an einem bestimmten
Duft, zum Beispiel Rosenöl. Sprühen Sie den gleichen Duft
ins Kopfkissen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Gehirn sich
nachts noch einmal mit dem Lernstoff beschäftigt.
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